Sommerurlaub mit Kind & Nachhaltigkeit am Strand
Im Gespräch mit Martina Novak vom biolino-Institut in Wien
Sommerurlaub ist super und wird mit Kind(ern) erst recht zum Erlebnis! Egal, ob du ihn zuhause verbringst, in der Stadt, in der Natur oder am Meer. Wir haben mit Martina vom biolino-Institut über unsere Erfahrungen gesprochen und die ehemalige Kindergartenpädagogin um Tipps für den Urlaub mit Kind(ern) gebeten.
Beim Strandurlaub mit Kindern macht Nachhaltigkeit gleich noch mehr Sinn!
fritzi nachhaltiges Sandspielzeug macht Urlaub im biolino-Institut in Wien 6.
Liebe Martina, wir sitzen hier im angenehm kühlen Innenhof deines Instituts - da kommt gleich Urlaubsstimmung auf. Aber die Vorbereitungen auf einen Urlaub sind oft nicht so entspannend, wie fran* sich das wünschen würde ;)
Nehmen wir mal an, wir verbringen unseren Urlaub nicht in den eigenen 4 Wänden, sondern fahren ans Meer - hast du Tipps, wie wir die Reise mit und für Kind(er) - und damit auch für die Eltern - möglichst kurzweilig und angenehm gestalten können?
M: Für die Reise selbst haben wir immer ein paar Beschäftigungsmaterialien mit, die je nach Alter des Kindes variiert haben. Bilder- oder Lesebücher, kleine Rätsel oder auch kleine Spielfiguren, Tiere oder Puppen. Ein Klassiker sind Spiele wie “ich sehe was, was du nicht siehst” und Tiere raten. Was natürlich auch nicht fehlen darf, ist ausreichend Verpflegung - neben Wasser sind das kleine Snacks, Knabbereien und Obst, also alles, das gut mit den Fingern gegessen werden kann und nicht patzig ist.
Haha, “Tiere raten” haben wir auch bis zur Erschöpfung gespielt! :) Und Hörbücher haben unsere Kinder auch geliebt, da gibt es schon ganz tolle Geschichten für kleine und große Kinder. Ich hab da auch sehr gerne mitgehört.
Wenn wir also die Anreise gut gemeistert haben kann es wunderbar entspannt sein, wenn Kinder einfach im Sand buddeln können - in der “größten Sandkiste der Welt”! Auch die Erfahrung von salzigem Wasser und sanftem Wellengang ist ein ganz besonderes Erlebnis.
M: Genau, so ein Urlaub am Meer mit Sand und Wasser ist ja von sich aus schon ein super Selbstläufer, denn was lieben Kinder mehr als mit diesen beiden Materialien zu matschen, gatschen und bauen? Unsere Must-Haves für Strandurlaube sind Sonnenschutzbekleidung, biologische Sonnencreme, fruchtige Snacks (die leicht abgespült werden können, falls sie sandig werden, z.B. Beeren, Melonen) und Wasser. Und auch hier wieder Kinderbücher für eine Ruhepause, Wasserspielzeug und vor allem Sandspielzeug – wobei ich festgestellt habe – weniger ist mehr.
Ich habe auch jedes Mal beobachtet, dass Sandspielen nicht nur das freie und kreative Spiel fördert. Es schult auf wunderbare Weise die Wahrnehmung und vor allem sinnliches Erleben. Sand kann ja auch zahlreiche Gestalten annehmen und bietet Kindern ein wahres Sinnesparadies. Wie anders fühlt sich doch trockner Sand an, der durch Hände rieselt und im Gegensatz zu feuchtem, matschigen Sand, der tropft und flatscht.
Sand ist ein Sensorikmaterial der ganz besonderen Art. Aus diesem Grund biete ich bei mir im Baby-Atelier und in der Sinnesspielgruppe den Kinder große Wannen mit Sand mit unterschiedlichen Gegenständen zum Spielen und Entdecken an.
Beim Strandurlaub gibt es leider manchmal auch weniger schöne Seiten. Was war dein prägendstes Erlebnis am Meer mit nachhaltigem “Aha-Effekt”?
M: Ich war vor Jahren an einem wundervollen Strand in Asien. Nach einem wirklich heftigen Sturm in der Nacht war ich am nächsten Morgen am Strand spazieren und war schockiert, was das Meer alles an Müll heran gespült hat. Und diese Menge, es war nicht „nur ein Plastiksackerl“ sondern der Sandbereich war überseht mit Schuhen, Glühbirnen, Zahnbürsten, kaputtem Plastikspielmaterial. Da wusste ich, so kann ICH nicht mehr weitermachen.
Welche Chance siehst du in solchen Erfahrungen und wie gehst du damit in Hinblick auf die Zukunft um? Wie lässt sich das mit Kindern besprechen und gleichzeitig ein positives Gefühl schaffen?
M: Das ist ein herausforderndes Thema, aber bei mir fängt es schon damit an, wenn wir am Strand sind und ich Müll entdecke, dass ich ihn aufhebe. Kleine Verschlussdeckel von Plastikflaschen sind fast an jedem Strand zu entdecken. Meine Tochter sieht natürlich was ich mache und nimmt schon von sich aus ein Küberl mit und hebt Müll auf. Der wichtigste Aspekt ist hier – das Vorleben!
Mein liebster Tipp: achte schon beim Kauf darauf, aus welchem Material das Spielzeug ist und auch hier „Weniger ist mehr“ – brauchen wir es wirklich? Ich habe meine Tochter beim Sandspielen oft beobachtet und sie hatte immer so ihre 3-4 Lieblingsdinge und war glücklich.
Hast du konkrete Ideen, wie wir den Einsatz von Einwegplastik am Strand minimieren können und welche umweltfreundlichen Alternativen es für zum Beispiel Trinkflaschen und Snacks gibt? Für nachhaltiges Sandspielzeug ist fritzi ja die perfekte Lösung :)
M: Wir nehmen im Urlaub Jausenboxen von zu Hause mit. Dadurch erspart man sich unnötige Einwegbehältnisse. Leider bekommt man im Urlaub Trinkwasser oft nur in Plastikflaschen oder -kanistern. Wenn es also nicht anders geht und wir Einwegplastik verwenden oder bekommen, dann entsorgen wir dieses in den vorgesehen Mülleimern.
Uns ist auch besonders wichtig, dass wir für uns und unsere Kinder den Blick auf eine positive Zukunft lenken. Aufzuzeigen, was wir selbst dazu beitragen können, ist dabei essentiell. Liebe Martina, wir danken dir für das sehr nette Gespräch und wünschen dir und deiner Familie einen wunderschönen und entspannenden Sommerurlaub!
Und nach dem Urlaub steht auch das biolino-Institut wieder als Ort, an dem sich Eltern mit ihren Kindern zum Wohlfühlen, Vernetzen und Spaßhaben treffen, zur Verfügung. Ein Ort mit ganz viel Herz und einem biologisch-nachhaltigen Gedanken. Unser nachhaltiges Sandspielzeug kannst du dort übrigens auch gleich testen!
Marianne, Gründerin von fritzi und Martina, Leiterin des biolino-Instituts, plaudern über Reisen mit Kindern, Strandurlaub und nachhaltiges Sandspielzeug.
*fran: ist eine geliehene Eigenkreation und inklusive Variante für “man”. Erdacht von einer kreativen Schülerin.